Christoph Schickedanz
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NOTEN-PUBLIKATIONEN VOM MUSIKER FÜR MUSIKER


Zu meinen bisherigen künstlerischen Aktivitäten als Interpret und Pädagoge hat sich nun ein weiteres Feld aufgetan: Mit den Veröffentlichungen meines kleinen „Ein-Mann-Verlages“ möchte ich musikalische Werke vorstellen und zugänglich machen, die mir - ganz persönlich und durchaus subjektiv gesehen - aus verschiedensten Gründen Freude bereiten. Das Repertoire speist sich aus 3 verschiedenen Feldern: - Erstausgaben bisher unveröffentlichter Werke - Arrangements zum praktischen Gebrauch - Eigenkompositionen



Ernest Chausson: Chanson perpetuélle op. 37 - Version für Sopran und Klavierquartett

Mit dem 1899 in Paris uraufgeführten „Chanson perpétuelle“, dem immerwährenden Gesang, schuf Ernest Chausson (1855-99) das wahrscheinlich eindrucksvollste und ergreifendste Werk des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Es ist das erste Werk eines französischen Komponisten, in dem die Singstimme mit einer größeren kammermusikalischen Besetzung kombiniert wird. In der literarischen Vorlage des Autors Charles Cros wird die tragische Szene einer von ihrem Geliebten verlassenen jungen Frau beschrieben. Davon inspiriert kreiert Chausson eine ganz eigentümliche tonmalerische, von Melancholie durchdrungene Fin de siècle Stimmung, die auch den heutigen Zuhörer in ihren Bann schlägt. Bei der hier nun erstmals veröffentlichten Fassung von Christoph Schickedanz wird die originale Klavierquintettbesetzung um die zweite Violinstimme reduziert. Dabei wurde keine einzige Note des Originals unterschlagen, und fast ausschließlich gelang es, die ursprüngliche zweite Geigenstimme auf die verbliebenen Streichinstrumente zu verteilen. Diese Fassung, im Sommer 2017 im Rahmen eines Konzerts des Ensembles Ronda Senbara im Richard Strauss Institut in Garmisch-Partenkirchen uraufgeführt, stellt eine reizvolle Ergänzung des Repertoires für erweitertes Klavierquartett dar.

Fernand de la Tombelle: Passacaille, Klavierauszug

Fernand de la Tombelle (1854-1928) gehört heute vollkommen unerklärlicherweise zu den großen Unbekannten der französischen Musikgeschichte. Dabei war er zu Lebzeiten eine hochgeachtete Musikerpersönlichkeit, der als Konzertorganist, Komponist und Kompositionslehrer - er gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Schola cantorum Paris - reüssierte und darüber als vielseitig Begabter und Gelehrter weiteren künstlerischen Interessen als Schriftsteller, Bildhauer, Maler, Fotograf und Musikethnologe folgte. Bei meinen Recherchen stieß ich auf die bisher und veröffentlichte Passacaglia für Violine und kleines Orchester, und dann wird das kleine Werk sehr gut gefiel, entschloss ich mich spontan, die Partitur in Reinschrift zu bringen und einen Klavierauszug zu erstellen. Diese Werk stellt eine hübsche Repertoireergänzung dar, erhältlich sind nun sowohl der Klavierauszug als auch die Partitur.

Wilhelm Grosz: Sonatine (in Vorbereitung)

Erstveröffentlichung dieses Werks, das ich von der Enkelin des Komponisten bei einem meiner letzten Besuche in New York City erhielt. IN VORBEREITUNG

Christoph Schickedanz: Rhapsodie und Hymnus für Violine und Klavier

Noch während der Arbeit am Klavierquartett kam mir die Idee zu diesem Opus. Da ich Rhapsodie und Hymnus als Geschenk bis zum Geburtstag meiner Frau beenden wollte, musste das Quartett zwischenzeitlich liegenbeiben, so wurde dieses mein erstes vollendetes Werk. Dauer ca.7-8 Minuten

Christoph Schickedanz: Klavierquartett

Uraufführung am 8.9.2018, Otzberger Sommerkonzerte Alexei Petrov, Klavier Christoph Schickedanz, Violine Kaori Yoshida, Viola Mathias Beyer-Karlshoj, Cello Mit diesem Werk begann alles: als ich im Sommer 2017 wieder einmal über einige Arrangements brütete, die ich für verschiedene Konzertprojekte vornehmen wollte oder musste, wurde ein vorher über Jahre verdrängtes inneres Bedürfnis, doch auch einmal etwas Eigenes zu Papier zu bringen, so stark, dass ich diesem schließlich nachgab. Der erste Impuls, der mich förmlich zum Komponieren dieses Werkes drängte, war der Einfall des Hauptmotivs des zweiten Satzes Scherzo sarcastico. Noch während ich an einigen Bearbeitungen für die von mir so geliebte Klavierquartettbesetzung arbeitete, begann ich, Grundmotive und Ideen zu notieren und das Scherzo niederzuschreiben. Nach einer kurzen Unterbrechung - in der Zwischenzeit wollte ich bis zum Geburtstag meiner Frau unbedingt mit einem Überraschungsgeschenk aufwarten, der Komposition Rhapsodie und Hymnus - schloss ich die Arbeiten am Quartett im Frühjahr 2018 ab. Besonders flossen darin die Erfahrungen aus meiner langjährigen Zusammenarbeit mit dem Gililov Quartett (Ex Philharmonisches Klavierquartett) Berlin ein. Vom Hauptmotivs des zweiten Satzes Scherzo sarcastico lässt sich das gesamte Material des Werkes ableiten. Mühsam bahnt sich die Musik im ersten Satz aus wolkenverhangen düsteren Tiefen ihren Weg zu gleißendstem Sonnenlicht, bevor alles wieder in sich zusammenfällt. Im Hintergrund bleibt glöckchengleich ein mahnendes rhythmisches Motiv präsent. Die nervös geladene Spannung lässt sich nicht lösen, unsicher fragend blicken Bratsche und Cello auf das Vergangene zurück, da stürmt das von Übermut und überbordender Spielfreude charakterisierte Scherzo sarcastico ins Geschehen. Dieser lebhafte temperamentvoll atemlos dahinhuschende Satz fordert jeden einzelnen Musiker auf, auch Freiräume zur Darstellung von Virtuosität zu nutzen. Rhythmisch pulsierende Kräfte halten das Publikum, das nicht von überraschenden Wendungen verschont bleibt, in Atem. Die Möglichkeit zum kurzen Verschnaufen bietet die Einleitung des Schußsatzes. Nach all den erlebten Turbulenzen ist die Grundhaltung nun romantisch schwelgerisch, dazu kontrastieren scherzoartige, versonnen melancholische und Fugatoepisoden. Dies alles mündete in eine kurze fragende Kadenz, und schließlich wird dieses Rondo und somit das ganze Werk von einer kraftvoll federnden Coda beschlossen. Satzangaben: Introduzione. Lento Scherzo sarcastico. Vivace Finale. Lento misterioso - Vivace

Christoph Schickedanz: Violinsonate (2018)

Februar 2018, Konversation während des Abendessens in meinem Lieblingsitaliener in Hamburg mit meinem Freund und Kollegen Sebastian Schmidt: „Schreibst’e mir was?“ „Spielste’s dann auch? Handschlag. Noch in der gleichen Nacht begann ich mit der Motivsammlung für eine Violinsonate… Beendet habe ich das Werk während des Sommer-Familienurlaubs 2018 in den USA. Quasi omnipräsent sind vom ersten Ton an Verweise und Anspielungen oder retrospektive Betrachtungen auf persönliche gemeinsame Erlebnisse zwischen Sebastian und mir beginnend mit unserem Kennenlernen als Mitglieder des Gesamthochschulorchesters Baden-Württemberg. Es muss wohl 1988 gewesen sein, Sebastian war als Konzertmeister gerade von seinem Studium aus den USA zurückgekehrt, ich versuchte als noch blutiger Studienanfänger in einem meiner ersten Semester, mein Geigenspiel irgendwie in den Griff zu bekommen. Nun hat sich seitdem viel ereignet, wir haben in einem stets freundschaftlichen Verhältnis über Jahre hinweg sehr viele schöne Momente erlebt und geben nun gemeinsam mit unseren wunderbaren Kollegen Tanja Becker-Bender und Andreas Röhn unsere Erfahrungen an die heutigen Nachwuchsgeiger am Studienort Hamburg weiter. Die Arbeit an der Violinsonate habe ich - auch gerade wegen der vielen Erinnerungen an meine Vergangenheit sehr genossen und sehe der ersten Aufführung durch Sebastian - wer wird wohl den Pianopart übernehmen? - mit großer Vorfreude entgegen!

Christoph Schickedanz: Miniaturen

Anfang Juli 2018 motivierte mich die in New York ansässige Geigerin Natasha Lipkina, einen Versuch zu unternehmen, das nicht gerade üppige Repertoire für die Besetzung Violine und Cembalo um ein Stück zu bereichern. Mit Natasha verbindet mich seit den Studienjahren an der Indiana University Anfang der neunziger Jahre eine langjährige Freundschaft, gerade im letzten Jahr haben wir bei verschiedenen Anlässen miteinander musiziert. Natasha bildet ein Duo mit der wunderbaren Cembalistin Olga Martynova, die unter anderem Professorin am Tschaikowsky Konservatorium in Moskau ist. Während des Sommerurlaubs in den USA habe ich mich mit viel Freude in einigen Mußestunden mit der faszinierenden Klangwelt dieser beiden so unterschiedlichen Instrumente befasst, entstanden sind dabei die Miniaturen. Sowohl emotional als auch kompositionstechnisch-motivisch bedeutete die Ausarbeitung dieser kurzen Stücke eine Auseinandersetzung mit dem auch von mir so verehrten musikalischen Übervater Johann Sebastian Bach. Welch große Freude, als bei mir die Nachricht eintraf, dass Natasha und Olga mein neues Werk in ihr Repertoire aufnehmen wollen! Und ich warte in großer Spannung und Vorfreude darauf zu erfahren, wann und wo die erste Aufführung stattfinden wird.